Das vergangene Jahrzehnt hat auch bei Österreichs Klangpoeten tiefe Spuren hinterlassen: Die jugendliche Sturm und Drang-Phase von "Her von welken Nächten" gehört endgültig in die Vergangenheit. Das magische siebte Album "Flammentriebe" wird von einer ebenso gepeinigten wie titelgerecht lodernden Aura umhüllt, die das Werk zu einer züngelnden Verbeugung vor den Grundmaximen des rohen, archaischen Black Metal werden lässt und dem Sehnen der Zuhörerschar nach einem ebensolchen Album mehr als gerecht wird.
Wenngleich deutlich bitterer, werden die Songtexte auch diesmal vom Kreis als Zentrum allen Wirkens bestimmt. Gewohnt elementar für das Gesamtverständnis des Werkes, unterstreichen sie den hohen künstlerischen Anspruch Dornenreichs. Diese Bitterkeit macht sich auch musikalisch bemerkbar: Donnerndes Schlagzeugspiel und hypnotische Geigenmelodien entwickeln sich mit Evigas schmerzerfüllten Schreien und seinem besessenen Gitarrenspiel zu einem Black Metal-Flächenbrand, der wie zur Ehrerbietunng vor dem eigenen Wirken sämtliche bisherigen Schaffensphasen gleichermaßen dezent wie wohlüberlegt zitiert.
Ein Album, so hypnotisch und schmerzhaft wie das Feuer.
01 Flammenmensch 02 Der Wunde Trieb 03 Tief Im Land 04 Wolfpuls 05 Wandel Geschehe 06 Fahrte Der Nacht 07 Im Allem Weben 08 Erst Deine Träne Löscht Den Brand